EIN LAUTES NEIN…

17.04.2014
Persönliche Meinung

Von Friederike Driftmann

...zum Gesetzesentwurf der PIRATEN zur Einschränkung des Tanzverbotes an den stillen Feiertagen.

Die Piratenpartei will das Tanzverbot an den stillen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr auf 6 bis 21 Uhr herabsetzen. Das kommt de facto einer Abschaffung des Tanzverbotes gleich, da abendliche Partys und öffentliche Tanzveranstaltung dadurch wieder ermöglicht werden. Ein Wort zum Karfreitag und gegen eine verantwortungslose Spaßgesellschaft.

Warum haben wir morgen frei und müssen nicht zur Arbeit oder nicht zur Schule? Warum sind morgen keine Uni-Vorlesungen und die Geschäfte geschlossen?  – Morgen ist Karfreitag! Doch was bedeutet das? Das Wort Karfreitag stammt vom althochdeutschen Wort „kara“ ab, das mit „Klage“, „ Kummer“ oder „Trauer“ übersetzt wird. Christen gedenken an diesem Tag des Kreuztodes Jesu Christi. Deswegen zählt der Karfreitag neben dem Volkstrauertag und Totensonntag zu den stillen Feiertagen.

Es grenzt an Komik, dass es einer solchen Erklärung bedarf. Das müsste doch eigentlich selbstverständlich sein, oder? Allerdings wird die Erklärung schon allein schon dadurch wieder notwendig, wenn ich mir den Gesetzesentwurf der Piratenpartei zur Einschränkung des Tanzverbotes an den stillen Feiertagen durchlese, denn dort scheint wohl jemand entweder nicht im Religionsunterricht aufgepasst zu haben oder gesellschaftliche Bedürfnisse vollkommen ignorieren zu wollen.

An diesem stillen Feiertag gilt nämlich von 0 bis 24 Uhr ein Verbot öffentlicher Tanzveranstaltungen, das die Piratenpartei mit ihrem Gesetzesentwurf einzuschränken versucht. Dabei führt sie als Begründung an, das Tanzverbot entspräche nicht mehr den jetzigen gesellschaftlichen Vorstellungen, vielmehr würden sich Jugendliche durch ein solches Tanzverbot bevormundet fühlen.

Ganz egal scheint der Piratenpartei dabei zu sein, dass es in Deutschland 48 Millionen evangelische und katholische Christen gibt, von denen viele den Karfreitag zur Einkehr und zur Besinnung nutzen möchten.

Wer behauptet, ein Tanzverbot an stillen Feiertagen entspräche nicht mehr den Vorstellungen der Gesellschaft, hat die Wurzeln unserer Gesellschaft wohl schon total verkannt oder stellt sich eben gegen eine christlich abendländische Leitkultur, für die diese christlichen Wurzeln eben fundamental sind.

Und genau darum geht es: Möchte ich in einer Gesellschaft leben, die zwischen Smartphone und Facebook, zwischen Bar und Club von einer Ablenkung zur nächsten hechtet und dabei keinen Freiraum für Einkehr und Ruhe gewährt, weil sie ihre eigenen auf christlichen Wurzeln basierenden Grundwerte zwischen Spaß-,  Zeitvertreib und Übersättigung an materiellen Reizen verleugnet oder schlicht vergisst?

Nein, das möchte ich nicht! Ich möchte in einer Gesellschaft leben, die ihre Wurzeln annimmt, sich ihrer erinnert und dafür auch die nötige Zeit zur Verfügung hat. Denn eben diese Wurzeln werden in einer schnelllebigen, immer mehr von Stress geprägten Zeit umso wichtiger. Gerade im städtischen Bereich ist der Rückzug in die private Ruhe nicht immer leicht. Es müsste doch umso zeitgemäßer sein, Menschen an einem Tag wie Karfreitag, die Möglichkeit zu geben, ihrem Bedürfnis nach innerer Einkehr nachzukommen.

Und sowieso sollten wir uns mal eins überlegen: muss man denn 365 Tagen im Jahr feiern und tanzen gehen? Genügen nicht auch 362 Tage?

Es erscheint doch recht zynisch, dass der ein oder andere Kritiker des Tanzverbotes diese christlich geprägten Feiertage in Anspruch nimmt, selbstverständlich nicht zur Arbeit geht, aber dann den Anspruch erhebt, am Abend ordentlich feiern zu gehen.

Ich werde jedenfalls morgen gern mal auf Party verzichten!