JU verurteilt antisemitische Vorfälle und Angriffe in Kiel

27.02.2026

Anna Goerlach und Felix Siegmon: „Antisemitismus darf in unserer Gesellschaft keinen Millimeter Raum bekommen“

Die Junge Union Schleswig-Holstein und die Junge Union Kiel verurteilen die jüngsten antisemitischen Vorfälle und gewaltsamen Angriffe in Kiel auf das Schärfste.
Erst Ende Januar wurden vor dem Mahnmal der 1938 zerstörten Synagoge niedergelegte Blumen mutwillig zertreten und aufgestellte Kerzen umgestoßen – nur wenige Tage vor dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Am vergangenen Sonnabend folgten weitere erschütternde Ereignisse: Nach zwei zunächst friedlich verlaufenen Versammlungen wurden mehrere Personen angegriffen, die zuvor am Dreiecksplatz ihre Solidarität mit Israel und der iranischen Freiheitsbewegung zum Ausdruck gebracht hatten. Laut Polizei wurden die Betroffenen von mehreren Tätern attackiert, die nach derzeitigem Ermittlungsstand dem linken Spektrum zuzuordnen sind.
Offenbar weil sie noch durch Demonstrationsmaterial als Teilnehmende erkennbar waren. In einem Fall konnten sich die Angegriffenen in ihr Fahrzeug retten und so Schlimmeres verhindern, in einem anderen Fall kam es zu Schlägen und Tritten. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Besonders erschütternd ist der Angriff auf Jan Schellbach, Landesvorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Schleswig-Holstein. Dass engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich friedlich für das Existenzrecht Israels und gegen Antisemitismus einsetzen, auf offener Straße angegriffen werden, ist ein alarmierendes Signal für unsere Stadt und unser Land.
Der Landesvorsitzende der Jungen Union Schleswig-Holstein, Felix Siegmon, erklärt dazu; „Es ist erschütternd zu sehen, wie stark die Zahl antisemitischer Vorfälle in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Antisemitismus darf in unserer Gesellschaft keinen Millimeter Raum bekommen. Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger müssen sich in unserem Land jederzeit sicher fühlen können – auf Demonstrationen, im Alltag und an Gedenkorten. Wer Menschen angreift, weil sie Solidarität mit Israel zeigen oder sich für Freiheit einsetzen, greift damit auch die Grundwerte unseres demokratischen Zusammenlebens an.“

Die Kreisvorsitzende der JU-Kiel, Anna Görlach, vermisst darüber hinaus klare Worte und öffentliche Anteilnahme seitens des Kieler Oberbürgermeisters Ulf Kämpfer und seines designierten Nachfolgers Samet Yilmaz. Sie ergänzt: „Das Schweigen von Ulf Kämpfer und Samet Yilmaz zu den Angriffen ist beklagenswert. Wer es schafft, in den sozialen Medien regelmäßig Bilanz über die vermeintlichen Highlights seiner Amtszeit zu ziehen, sollte auch zu antisemitischen Übergriffen klar Stellung beziehen. Andernfalls entsteht der Eindruck, dieses Thema habe keine Priorität. Auch vom designierten Nachfolger haben wir hierzu bislang nichts gehört.“

Die Junge Union Schleswig-Holstein und die Junge Union Kiel stehen fest an der Seite Israels und aller Jüdinnen und Juden in Deutschland. Wir fordern eine konsequente strafrechtliche Aufarbeitung der Taten, eine klare politische Haltung gegen jede Form von Antisemitismus und politisch motivierter Gewalt sowie sichtbare Solidarität mit den Betroffenen.

Kiel muss eine Stadt bleiben, in der jüdisches Leben, Meinungsfreiheit und demokratisches Engagement ohne Angst vor Bedrohung und Übergriffen möglich sind.