JU SH begrüßt Umsetzung des 10-Punkte-Planes für jüdisches Leben

28.01.2026

Felix Siegmon: „Der 10-Punkte-Plan zeigt Wirkung – Schleswig-Holstein muss beim Schutz jüdischen Lebens weiter vorangehen“

Der Bericht der Landesregierung zur Umsetzung des 10-Punkte-Plans für jüdisches Leben in Schleswig-Holstein zeigt, dass das Land an zentralen Stellen vorangekommen ist. Klar ist aber auch, dass der Handlungsdruck weiter enorm bleibt. Für 2024 wurden 588 antisemitische Vorfälle in Schleswig-Holstein dokumentiert, nachdem es 2023 noch 120 waren.

„Diese Zahlen sind ein Alarmruf. Antisemitismus ist nicht ‚irgendwo da draußen‘, sondern er trifft Menschen im öffentlichen Raum, im Netz und auch an unseren Schulen“, erklärt Felix Siegmon, Landesvorsitzender der Jungen Union Schleswig-Holstein. „Wer jüdisches Leben schützen will, muss jetzt konsequent dafür sorgen, dass Prävention, Bildung und klare staatliche Haltung überall greifen.“ Besonders wichtig ist aus Sicht der Jungen Union daher, dass der Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit mittlerweile ausdrücklich als Bildungs- und Erziehungsziel im Schulgesetz verankert ist. „Das ist ein starkes Signal: Schule ist nicht neutral gegenüber Menschenfeindlichkeit. Lehrkräfte brauchen Rückendeckung, um klar zu handeln – und Schülerinnen und Schüler brauchen Orientierung, was in unserer Demokratie nicht akzeptabel ist“, so Siegmon.

Ein weiteres positives Zeichen ist der Ausbau der Erinnerungskultur: 2024 besuchten über 4.500 Schülerinnen und Schüler Gedenkstätten in Schleswig-Holstein; zusätzlich wurden Fördermittel für Fahrten ausgeweitet und für 2025 wegen hoher Nachfrage erhöht. „Erinnerung ist kein Ritual, sondern Demokratiearbeit. Wer Geschichte begreift, lässt sich weniger leicht von Hassparolen einfangen. Deshalb müssen wir Gedenkstättenbesuche ermöglichen, gut vor- und nachbereiten und als festen Teil historisch-politischer Bildung stärken“, sagt Siegmon. „Als Junge Union Schleswig-Holstein fordern wir bereits seit 2019, dass KZ-Gedenkstättenbesuche für jede Schülerin und für jeden Schüler verpflichtend sein sollen“, so Siegmon weiter.

Entscheidend ist nun, dass der angekündigte Landesaktionsplan gegen Antisemitismus und zur Förderung der Sichtbarkeit jüdischen Lebens im zweiten Quartal 2026 konkrete und überprüfbare Maßnahmen enthält. „Der Bericht zur Umsetzung des 10-Punkte-Planes zeigt klare Fortschritte. Wir dürfen uns aber nicht zufrieden zurücklehnen, solange jüdisches Leben in Schleswig-Holstein nicht überall selbstverständlich sichtbar und spürbar sicher ist“, betont Siegmon abschließend.